| Aktuelle Meldung | Nr. 011
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zum Flüchtlingsunglück in Lampedusa
Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, zum Flüchtlingsunglück vor der Insel Lampedusa, bei dem in der Nacht zum 3. Oktober 2013 weit über 100 Flüchtlinge aus Afrika ums Leben gekommen und viele weitere verletzt worden sind:
„Das Unglück vor der Insel Lampedusa erfüllt mich mit Trauer und Entsetzen. Mein Gebet gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Ich bitte alle Christen, für die Opfer dieser Tragödie sowie die Helfer und für alle Menschen in Lampedusa zu beten – auch unsere Gemeinden sind aufgefordert, in den Fürbitten der Sonntagsgottesdienste aller Flüchtlinge zu gedenken, die gestorben sind auf ihrem Weg, ein menschenwürdiges Leben in Europa zu finden.
Das Unglück vor Lampedusa reiht sich ein in eine lange Reihe von Flüchtlingskatastrophen, die sich in den vergangenen Jahren im Mittelmeer ereignet haben und die oft nur wenig Aufmerksamkeit gefunden hatten. An dieser neuerlichen Katastrophe aber kann niemand mehr vorbeisehen. Und es ist wichtig, dass jetzt Konsequenzen gezogen werden, über die schon seit Jahr und Tag geredet wird. Stärker als bisher muss sich die Europäische Union nicht nur der Sicherheit der Außengrenzen, sondern auch der Sicherheit von Flüchtlingen verpflichtet wissen. Wer von ihnen politisches Asyl erhalten kann, ist eine Frage, die im Einzelfall geklärt werden muss; aber die Menschlichkeit gebietet, alles Erforderliche zu tun, um Todesfälle auf dem Meer zu verhindern und ankommende Flüchtlinge mit Würde zu behandeln.
Die Mittelmeer-Anrainerstaaten dürfen zu Recht erwarten, dass die anderen EU-Länder ihnen dabei mit größerer Solidarität als bisher zur Seite stehen. Der Umgang mit Flüchtlingen wird für uns Europäer immer mehr zum Test unserer Mitmenschlichkeit.“
