| Pressemeldung | Nr. 057

Deutsche Bischofskonferenz verabschiedet Nuntius Eterović

Bischof Wilmer: „Diplomatie ist eine Brücke zu Verständigung und Frieden“

Mit einem Gottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin hat sich die Deutsche Bischofskonferenz heute (22. April 2026) vom Apostolischen Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, verabschiedet. Zahlreiche Gläubige, Vertreter des Diplomatischen Korps und des Außenministeriums sowie der kroatischen Gemeinde in Berlin feierten die Heilige Messe mit dem Nuntius und den Konzelebranten Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Dr. Heiner Koch und Bischof Dr. Heiner Wilmer. Außerdem nahmen Bischöfe bzw. deren Vertreter aus 16 Bistümern am Gottesdienst teil.

Bei einem anschließenden Empfang dankte Bischof Wilmer für das über zwölfjährige Wirken des Nuntius in Deutschland und stellte es unter das Psalmwort „Du führst mich hinaus ins Weite“ (Psalm 18,20). Dieses Zitat sei eine Aufgabenbeschreibung für das, was den Dienst eines Nuntius ausmache: „für den Heiligen Vater und damit im Namen Jesu Christi hinaus ins Weite zu gehen, um die Kirche in ihrem internationalen und damit weltkirchlichen Kontext zu vertreten und das Wort Gottes zu verkünden“, so Bischof Wilmer. Er fügte hinzu: „Der Auftrag, in die Weite hinauszugehen, hat Sie über ein Jahrzehnt in Deutschland gebunden. Ich benutze das Wort bewusst, weil ich mit ‚gebunden‘ nicht gefesselt meine, sondern die Verantwortung ausdrücken möchte, mit der Sie sich für den Dienst des Heiligen Stuhls in unserem Land gebunden gefühlt haben. Dadurch ist Verbindung geworden, daraus sind Bindungen, wir können auch sagen, Freundschaften gewachsen. Allein 18 Diözesanbischöfe sind in Ihrer Zeit ernannt worden und zahlreiche unserer Weihbischöfe. Sie haben unsere Bischofskonferenz also ganz wesentlich mitgeprägt.“

Bischof Wilmer dankte dem Nuntius für dessen vielfältigen Dienst, bei dem es nicht immer nur einfach mit den Deutschen gewesen sei: „Aber Sie als Diplomat und Seelsorger haben in einer einfühlsamen Balance die Kirche in Deutschland genommen und begleitet, wie sie ist: vielfältig und fromm, politisch und theologisch versiert. Deshalb sind wir Ihnen dankbar, dass Sie uns als Ortskirche respektiert haben, wie wir sind, dass Sie uns begleitet haben, wo es notwendig war und dass Sie uns bis auf den heutigen Tag verbunden sind, was zeigt, dass wir doch einander verstanden haben.“
 

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Die Fotos sind für die Berichterstattung unter Angabe des Copyrights (© Deutsche Bischofskonferenz/Matthias Kopp) kostenfrei verfügbar.


In seiner Ansprache würdigte Bischof Wilmer ebenfalls den diplomatischen Einsatz des Heiligen Stuhls und ging dabei auch auf die aktuellen weltpolitischen Konflikte ein. Mit dem Nuntius werde das vielfältige Bemühen Roms sichtbar, „international für den Frieden zu werben, Versöhnung zu vermitteln und durch die Kraft des Evangeliums zu wirken. Diplomatie ist für Sie und den Heiligen Stuhl eine Brücke zu Verständigung und Frieden. Dankbar schauen wir auf diesen Brückenbau und den Heiligen Vater für dessen Friedensbemühungen, die wir auch durch andere Auffassungen aus Washington in keiner Weise gering schätzen. Im Gegenteil: Papst Leo XIV. in diesen Tagen seiner Friedensmission von Algerien durch den afrikanischen Kontinent derart politisch von einer Seite belehren zu wollen, ist inakzeptabel. Es bleibt zu hoffen, dass die Weltgemeinschaft das diplomatische und pastorale Wirken des Heiligen Vaters weiter in der Weise anerkennt, wie es angemessen ist und nicht wie es von partikularen Interessen großer Mächte in Misskredit gebracht wird“, so Bischof Wilmer.