| Pressemeldung | Nr. 071
Erster Jahrestag der Wahl von Papst Leo XIV.
Zum ersten Jahrestag der Wahl von Papst Leo XIV. am 8. Mai 2026 erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer:
„Ein Jahr nach der Wahl von Papst Leo XIV. blicken wir mit Dankbarkeit auf den Dienst des Heiligen Vaters. Als er am Abend des 8. Mai 2025 auf die Loggia des Petersdoms trat, stellte er sein Pontifikat unter einen Satz, der seitdem wie ein Leitmotiv seines Wirkens erkennbar ist: ‚Der Friede sei mit euch allen!‘ Dieser Gruß war mehr als ein erstes Wort. Er war Programm: ein geistlicher Auftrag an die Kirche und ein eindringlicher Ruf an die Welt.
Papst Leo XIV. hat in seinem ersten Jahr gezeigt, dass Frieden nicht zuerst eine politische Formel ist, sondern eine Haltung des Herzens, die aus dem Evangelium kommt. In einer Zeit von Kriegen, Polarisierung und Angst erinnert er daran: Der Friede Christi ist kein schwacher Friede. Er entwaffnet, weil er den Menschen in seiner Würde ernst nimmt.
Besonders deutlich ist das in seinem ersten Lehrschreiben Dilexi te – Über die Liebe zu den Armen geworden. Dass Papst Leo sein erstes großes Wort an die Kirche den Armen widmet, ist ein starkes Zeichen. Sie sind kein Randthema. In ihnen begegnet uns Christus selbst. Darin steht Papst Leo in großer Kontinuität zu Papst Franziskus: Eine Kirche, die glaubwürdig sein will, darf nicht um sich selbst kreisen. Sie muss hinausgehen, zuhören, dienen und die Wunden der Menschen berühren.
Auch das Heilige Jahr 2025 hat sein erstes Amtsjahr geprägt. Viele Menschen sind als Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung nach Rom gekommen, auch aus Deutschland. Seine ersten Auslandsreisen, besonders in die Türkei und in den Libanon, haben gezeigt, wie wichtig ihm Einheit, Ökumene, interreligiöser Dialog und der Dienst am Frieden sind.
Dankbar nehme ich wahr, dass Papst Leo zugleich die synodale Erneuerung der Kirche im Blick behält. Er hört zu, ermutigt zur Begegnung und weiß um die Fragen, die viele Gläubige bewegen. Für die Kirche in Deutschland ist das ein wichtiges Zeichen. Wir wollen unseren Weg in Verbundenheit mit der Weltkirche und im offenen Gespräch mit Rom weitergehen.
Dabei bleibt mir besonders die persönliche Begegnung mit dem Heiligen Vater Ende März dieses Jahres in Erinnerung. In dieser wurde spürbar, was sein Pontifikat prägt: geistliche Klarheit und Verbundenheit mit der Weltkirche.
Dafür sind wir dankbar. Und wir beten für Papst Leo XIV., dass Gott ihn in seinem Dienst für die Kirche und für die Welt stärke.“
Hinweise:
Informationen rund um Papst Leo XIV.
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