Stellungnahmen

Lesen Sie auf dieser Seite  – in chronologischer Reihenfolge – offizielle Stellungnahmen von Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland zum Thema sexualsierte Gewalt (aktuelle Auswahl).

Bischof Bätzing zur Situation im Erzbistum Köln

Zur heutigen (24. September 2021) Entscheidung von Papst Franziskus, mehrere Fragen zur Situation im Erzbistum Köln zu beantworten, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Mit der heute bekannt gemachten Entscheidung des Papstes sind drei personelle Aspekte verbunden: Weihbischof Ansgar Puff nimmt seinen Dienst als Weihbischof im Erzbistum Köln wieder auf. Ebenso wird Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp wieder in den Dienst treten, zunächst aber eine einjährige Zeit der Seelsorgearbeit in Kenia nehmen. Um einen Prozess der Versöhnung und Erneuerung im Erzbistum Köln einzuleiten, gewährt Papst Franziskus dem Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, eine geistliche Auszeit von Mitte Oktober bis zum Beginn der Fastenzeit im kommenden Jahr.

Über diese Entscheidungen bin ich heute Morgen vom Apostolischen Nuntius in Kenntnis gesetzt worden. Auf unserer gestern beendeten Herbst-Vollversammlungen waren mir diese Entwicklungen nicht bekannt. (...) "

Mehr lesen: Pressemitteilung 24. September 2021

 

Bischof Bätzing traf Papst Franziskus im Vatikan

„Papst Franziskus ist gut im Bilde über die Lage der Kirche in Deutschland“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, ist am 24. Juni 2021 von Papst Franziskus in einer Privataudienz empfangen worden.

„Nach meinem Antrittsbesuch bei Papst Franziskus als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz vor einem Jahr konnte ich heute – nach der langen Zeit der Pandemie – den Heiligen Vater erneut treffen. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs stand zunächst die Situation der Kirche in Deutschland angesichts der Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs und der schwierigen Situation in mehreren Bistümern. Papst Franziskus ist gut im Bilde über die Lage der Kirche in Deutschland. Er hofft, dass Spannungen überwunden werden können.“

Mehr lesen: Erklärung von Bischof Dr. Georg Bätzing
Pressemitteilung vom 24. Juni 2021

Bischof Bätzing zur Erklärung von Kardinal Marx

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat am 4. Juni 2021 einen Brief veröffentlicht, in dem er Papst Franziskus seinen Amtsverzicht anbietet. Dazu erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:
„Mit großem Respekt nehme ich die Nachricht auf, dass Kardinal Reinhard Marx dem Heiligen Vater seinen Amtsverzicht angeboten hat. Kardinal Marx hat mich dankenswerterweise darüber zuvor informiert.“

Mehr lesen: Pressemitteilung vom 4. Juni 2021

Abschlusspressekonferenz der digitalen Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2021

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist am 25. Februar 2021 zu Ende gegangen. Sie hat coronabedingt als Online-Konferenz stattgefunden. Im Mittelpunkt der Beratungen stand ein Studientag zu den Erfahrungen mit Kirchenaustritten und Kirchenverbleib. Vor dem Hintergrund der in der Herbst-Vollversammlung 2020 analysierten Kirchenstatistik wurden zukunftsorientierte Perspektiven und Chancen einer Mitgliederorientierung diskutiert. Außerdem haben die deutschen Bischöfe mit Dr. Beate Gilles eine neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.
Als weiteren Schwerpunkt hat die Vollversammlung über das Themenfeld „Aufklärung und Aufarbeitung“ gesprochen und sich erneut mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst. Zu diesem Themenkomplex zählt auch ein aktueller Bericht zum Umgang mit geistlichem Missbrauch.

Mehr lesen: Pressemitteilung 25. Februar 2021

Abschlusspressekonferenz der Herbst-Vollversammlung 2020 der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Pressebericht von Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist heute (24. September 2020) zu Ende gegangen. Sie hat sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das kirchliche Leben und dem weiteren Fortgang des Synodalen Weges insbesondere nach den gerade stattgefundenen Regionenkonferenzen befasst. Im Themenfeld „Aufklärung und Aufarbeitung“ ging es um weitere Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie). Ein verändertes Verfahren zur Anerkennung des Leids wurde beraten und beschlossen.

Mehr lesen: Pressemitteilung vom 24. September 2020

Erklärung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz vom 28. Januar 2020

Aufklärung und Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich

Vor zehn Jahren haben uns die Enthüllungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche und Mitarbeiter der Kirche erschüttert. Wir empfinden das bis heute als tiefen Einschnitt, der uns beschämt und herausfordert. Wir werden auch weiterhin entschieden daran arbeiten, durch Achtsamkeit und Prävention solche Verbrechen zu verhindern. (...)

Ständiger Rat berät weiteres Vorgehen zu den Ergebnissen der MHG-Studie

Der Ständige Rat hat sich auf seiner Sitzung am 20. November 2018 mit den Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst und das weitere Vorgehen zur Abschlusserklärung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erörtert.
Pressemitteilung vom 20. November 2018

Kardinal Marx: „Stunde der Wahrheit“ für die Kirche

„Hier ist ein Weckruf an uns ergangen, den wir nicht beschwichtigen und relativieren sollten“

München, 18. November 2018. Im Münchner Liebfrauendom hat Kardinal Reinhard Marx einen Gottesdienst anlässlich des Gedenktags für Opfer sexuellen Missbrauchs gehalten und sich dabei dankbar gezeigt, dass für die Kirche die „Stunde der Wahrheit“ gekommen sei. „Wir dürfen den Betroffenen, den Opfern, dankbar sein, dass sie sich geäußert haben, dass sie sprechen, oft nach Jahrzehnten, was schmerzhaft ist für viele von ihnen“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt am Sonntag, 18. November. „Wir dürfen auch den Medien dankbar sein, wir dürfen dafür dankbar sein, dass die Aufmerksamkeit gewachsen ist für dieses manchmal verschwiegene, verborgene, verheimlichte Unrecht, für diese Gewalt, die vielen Menschen weltweit angetan wurde und wird.“

Es sei gut, dass der sexuelle Missbrauch im Raum der Kirche „in Wahrhaftigkeit sichtbar wird und wir Verantwortung übernehmen müssen, der wir nicht ausweichen dürfen. Die Stunde der Wahrheit eben, die wir annehmen und die wir aufgreifen müssen, in besonderer Weise natürlich die Verantwortungsträger in der Kirche“, so Kardinal Marx: „Endlich wird offenbar, was geschieht, und es wird darüber gesprochen, und es wird nach Heilung gesucht, nach Prävention, nach Überwindung.“

„Wir haben versagt“, betonte der Erzbischof. „Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen. Und damit muss Schluss sein! Das ist eine Verantwortung der ganzen Kirche, besonders der Bischöfe und Priester und der Verantwortlichen, aufmerksam zu sein und nie wieder zuzulassen, dass übersehen wird, nicht hingehört wird, vertuscht und verschwiegen wird.“

Die Kirche werde an ihrem Handeln gemessen werden. Dazu gehöre „ein wahrhaftiger Blick zurück: Was ist geschehen? Worauf haben die Betroffenen einen Anspruch? Welche Verantwortlichkeiten können wir benennen?“, sagte Kardinal Marx. „Und der Blick nach vorn: Was in den vergangenen Jahren geschehen ist in unserer Präventionsarbeit, ist schon ein Schritt nach vorne, aber es muss noch vertieft werden, noch intensiver werden.“ Es gehe aber auch darum, so der Erzbischof, „dass wir lernen müssen, anders Kirche zu sein, transparenter, offener, nicht in geschlossenen Kreisen, nicht die einen gegen die anderen, sondern im Miteinander, im Lernen von der Welt.“ Kirche brauche „die Gesellschaft, die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die kritische Begleitung der Öffentlichkeit“, um diesen Weg zu gehen. „Wir dürfen nicht nachlassen und wieder in den alten Trott verfallen!“, mahnte Kardinal Marx. „Wir müssen wirklich sehen: Hier ist ein Weckruf an uns ergangen, den wir nicht beschwichtigen und relativieren sollten.“

Der Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs geht auf eine Anregung von Papst Franziskus zurück, der um die Einrichtung eines „Tages des Gebetes und der Buße für die Opfer sexuellen Missbrauchs“ gebeten hatte. Er wird in den deutschen Bistümern in den Tagen um den 18. November begangen, der zugleich „Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ ist. Der Gottesdienst und das Gebet für die Opfer ergänzen die vielfältigen Aktivitäten des Erzbistums München und Freising in der Aufarbeitung und Prävention sexuellen Missbrauchs, die unter www.erzbistum-muenchen.de/im-blick/missbrauch-und-praevention dokumentiert sind. (gob)